bäume
das wiederansiedeln von bäumen & sträuchern in “landwirtschaftlich” genutzten flächen liegt uns besonders am herzen. bis vor 50, 60 jahren waren sie selbstverständlicher, ja absolut notwendiger teil auf einem bauernhof.
bäume in der landschaft sind nicht nur ästhetisch, sie sind lebensnotwendig.
ein baum, ein strauch bricht wind, spendet schatten, schwitzt & kühlt, sorgt für gute luft und speichert kohlenstoff. mit seinem laub reichert er den boden an, hänge werden von seinen wurzeln befestigt und nährstoffe & wasser aus tieferen erdschichten hinaufgepumpt.
bäume & sträuicher sind auch zuhause und nahrungsquelle gleichermaßen für eine myriade an krabbelnden, summenden, singenden, fliegenden und kriechenden lebewesen, ganz zu schweigen von den symbiosen, die bäume mit der faszinierenden welt der pilzen eingehen.
dynamischer agroforst
also fingen wir zum pflanzen an. und begannen, unsere sattgrünen, ausgeräumten weiden zu einer multifunktionalen, reich strukturierten, grossteils essbaren landschaft umzugestalten, inmitten welcher die tiere weiden können und das system mit all’ ihren “tiereinwirkungen”, die weit über ihre ausscheidungen hinausgehen, bereichern.
agroforst kann sehr unterschiedlich aussehen. die bekannteste form ist die streuobstwiese. die alte, bereits vorhandene streuobstbestände am nellinggut haben wir 2021-2022 erweitert.
zusätzlich haben wir ab 2022 auf den weiden kontourrmäßig dynamische agroforststreifen angelegt, die sich konzentrieren auf zwei aspekte: einerseits obst-, nuss- und beerenproduktion, und anderseits die produktion von futterlaub für die tiere.
obstproduktion aus dynamischer agroforst
bei der planung der obstpflanzreihen (in einer gesamtlänge von etwa 2.500 m) war es uns wichtig, eine möglichst große vielfalt hinein zu bekommen, nicht nur was die sorten, sondern auch die arten und die unterschiedlichen reifezeiten betrifft.
und so freuen wir uns, in einigen jahren über die bereits jetzt vorhandenen birnen, zwetschken, äpfel und kriecherln hinaus auch viele weitere saisonale und schmackhafte früchte am nellinggut anzubieten: edelkastanien, walnüsse, pekan, quitten, mispeln, ringlotten, maulbeeren, vogel- und kiwibeeren, ribiseln, himbeeren, stachel- und jostabeeren, aber auch exoten wie szechuanpfeffer, jujube, feigen, granatäpfel, kakis und ölweiden.
futterlaub
im herbst 2024 sind über eine gesamtlänge von ca 3.600 m zwei futterlaubreihen mit insgesamt 18 unterschiedlichen baum- und straucharten entstanden.
darunter befinden sich etwa maulbeeren, pappeln, eschen, erlen, vogelkirschen, linden, weiden, haselnüsse, holunder, dirndln, roter hartriegel.
bis vor wenigen jahrzehnten wurde futterlaub auch bei uns als mineral- und ballaststoffreiches (winter-)futter und als natürliche medizin selbstverständlich genutzt. diese tradition greifen wir wieder auf. darüber hinaus werden diese futterlaubgehölze unseren tieren auch schatten spenden, mikroklimatisch unsere obststreifen bereichern, windschutz sein etc.
